Ziel: Bachelor of Arts

Studienkompass

Was ist Ihre außergewöhnlichste Geschichte mit Wirkung? Was war das beeindruckendste Projekt der letzten Zeit? Welche Leistung Ihrer Stiftung oder gemeinnützigen Organisation verdient definitiv mehr Aufmerksamkeit?

Die Frage nach "Was willst du mal werden" nervt Sarah wie alle Jugendlichen. Noch sind es ja zwei Jahre bis zum Abitur, da hat sie ja noch etwas Zeit. "Geh in den öffentlichen Dienst, das ist ein sicherer Job", sagt Oma. "Vielleicht Erzieherin?", fragt Mama. Die werden ja gerade gesucht. Und für Papa hat sowieso nur Handwerk goldenen Boden. Irgendwie klingt das für Sarah aber alles nicht so richtig passend. Ihre beste Freundin Ina weiß da schon viel besser Bescheid. Ihre Eltern sind beides Ärzte und auch Ina will auf jeden Fall Medizin studieren. Studieren? Manchmal denkt Sarah schon daran, dass es sicherlich toll wäre, in einem großen Hörsaal zu sitzen und den klugen Professorinnen zuzuhören, wie sie z.B. über Bücher reden. Denn Bücher sind Sarahs Leidenschaft. Aber so ein Studium ist vielleicht nicht das richtige, außerdem sehr teuer und man verdient erst nach vielen Jahren Geld. Und was ist, wenn man danach keinen Job findet. Dann war vielleicht alles umsonst. Und sowieso ist sie wahrscheinlich gar nicht gut genug für so ein Studium. Ihre Noten sind sehr gut, aber reicht das. Wenn Ina ihr nach den Ferien erzählt, wo sie mit ihren Eltern überall war, welches Theaterstück sie gesehen hat oder in welchem Museum sie war, dann fühlt sich Sarah immer sehr unwissend. Das hat sie alles nicht.

Eines Tages bittet Frau Weber Sarah nach dem Unterricht noch kurz nach vorne und hält ihr einen Flyer vor die Nase. Studienkompass steht da oben drauf. Frau Weber erzählt etwas von einem Förderprogramm für Kinder, deren Eltern nicht studiert haben. Man wird dort bei der Studien- und Berufsorientierung unterstützt, und beim Start an der Hochschule. Frau Weber sagt, dass schon einige ihrer Schüler/innen dort mitgemacht hätten und alle sehr begeistert gewesen wären. Denn, so erzählt sie weiter, Kinder aus nichtakademischen Familien würden sehr viel seltener studieren. Oft trauen sie sich ein Studium nicht zu, obwohl sie das Zeug dafür mitbringen. Dann sagte Frau Weber noch, dass sie glaubt, Sarah hätte auf jeden Fall das Zeug für ein Studium, sie müsse sich nur trauen - für alles andere findet sich dann auch eine Lösung. Den Satz wird sich Sarah noch lange merken. Wenn Frau Weber an sie glaubt, warum tut sie es dann selbst nicht immer?

Also einfach mal bewerben? Mama und Papa sind zwar wenig überzeugt von einem Studium, aber ein bisschen Unterstützung bei der Studien- und Berufsorientierung kann ja auch nicht schaden. Sarah ist sich auch gar nicht nicht so sicher, ob sie überhaupt aufgenommen wird. Man muss auch einen Test machen, da sind andere sicher besser. Doch wieder wird Sarah von ihrem eigenen Können überrascht und irgendwann steht sie mit 19 anderen auf einer Bühne und wird im Studienkompass willkommen geheißen. Mama, Papa und Oma sind auch da. Und trotz der Skepsis, jetzt sind sie schon ganz schön stolz auf Sarah, dass sie zu den 20 neuen Geförderten gehört.

Die nächsten zwei Jahre sind für Sarah voll von Eindrücken. Noch nie hat sie so viel über sich selbst, die eigenen Wünsche und Talente nachgedacht. Sie hat erfahren, welche vielen Möglichkeiten es nach dem Abitur gibt, welches Rüstzeug man für die Arbeitswelt der Zukunft benötigt, wie man ein Studium finanzieren kann, wie man sich bewirbt und und und. Und irgendwann hat es geklickt im Kopf und Sarah wusste, ich will Literaturwissenschaften studieren und ihre Liebe zu Büchern auch zum Beruf machen. Literaturwissenschaften? - In ihrer Familie stieß der Wunsch auf wenig Begeisterung. Wenn schon studieren, warum dann nicht wenigstens etwas wie Medizin, Jura oder Lehramt. Was macht man denn mit einem Studium für Literaturwissenschaften? Die Frage sollte Sarah in den nächsten Jahren noch sehr viel öfter hören, aber sie ließ sich nicht beirren. Schließlich hatte sie sich das Ganze sehr gut überlegt und war perfekt vorbereitet. Unibewerbung und Studienplatzzusage liefen deshalb wie geschmiert.

Der Start an der Uni war dann doch nicht ganz so einfach. So viel Neues, so vieles galt es zu beachten. Aber Sarah kämpfte sich durch, tauschte sich immer wieder mit den anderen aus der Studienkompass-Gruppe aus und bat ihre Vertrauenspersonen öfter um Rat. Schließlich hatten alle ähnliche Probleme. Und heute? Heute steht Sarah wieder auf einer Bühne - auf einer größeren, mit sehr viel mehr Leuten um sie rum als damals beim Studienkompass-Start. Und auch Mama, Papa und Oma sitzen wieder im Publikum. Alle mächtig stolz und ganz heimlich dabei, schnell ein paar Tränen wegzuwischen. Denn heute hat Sarah vom Präsidenten der Uni ihre Bachelor-Urkunde bekommen. Bachelor of Arts steht in großen Buchstaben darauf. Wer hätte das gedacht - Sarah wahrscheinlich am allerwenigsten. Aber Frau Weber, und alle beim Studienkompass. Und jetzt glaub es Sarah auch endlich!

Sarah gehört damit zu den 24 Prozent der Jugendlichen aus nichtakademischen Familien, die ein Studium aufnehmen. Bei Akademikerkindern wie ihrer Freundin Ina sind es 79 Prozent. Wie Sarah gehören mittlerweile fast 4.000 Geförderte des Studienkompass zu diesen 24 Prozent. Das ist unsere Wirkung - ganz individuell wie bei Sarah oder im Großen, damit es bald noch viel mehr Sarahs gibt und der Bildungsweg nicht von der Herkunft, sondern ganz allein von Talenten und Fähigkeiten abhängt. Das ist unser Verständnis von Bildungsgerechtigkeit!

MACHEN SIE MIT!

Setzen Sie sich mit uns für einen guten Start in die Zukunft ein! Um möglichst vielen jungen Menschen einen gelungenen Übergang ins Berufsleben zu ermöglichen haben wir in den letzten Jahren einen großen Kreis an Partnern gewonnen. Stiftungen, Unternehmen, Wirtschaftsverbände oder Privatpersonen – sie alle setzen sich mit ihrem Engagement für den Studienkompass gemeinsam für ein chancengerechteres Bildungssystem ein, in dem junge Menschen ihre Talente unabhängig von ihrer Herkunft entfalten können. Als Studienkompass-Partner können Sie ganz konkret aktiv dazu beitragen, dass die Zahl gut ausgebildeter Hochschulabsolventen steigt, Studienabbrüche vermieden werden und damit die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands gesichert ist.

https://www.studienkompass.de/machen-sie-mit/

Projektpartner: Projektpartner Studienkompass / Grafikdesign & Illustration: Kinga Darsow / Anmerkung: Text: Meike Ullrich / Studienkompass /